Wildschweine zu töten stoppt noch keine Seuche

Die Afrikanische Schweinepest hat Deutschland fast erreicht. Also heißt es: Tötet die Wildschweine! Dabei ist fraglich, ob die Keulung wilder Tiere überhaupt hilft.

  • Drückjagd

    Drückjagd

Erstellt am 22.10.2018

Auszug aus dem Bericht ZEIT ONLINE

Was das nun für Europas Wildschweine bedeutet? In Deutschland halten Experten wie der Wildökologe Sven Herzog die Aufklärung der Bevölkerung für vielversprechender als massive Keulung. Nach jetziger Kenntnis tragen Wildschweine den Erreger pro Jahr nur 20 Kilometer weit, es ist also viel wahrscheinlicher, dass Menschen dem Virus helfen, sich über weite Strecken auszubreiten. So infizieren sich deutsche, belgische oder spanische Tiere maßgeblich nicht durch andere Wildschweine, "sondern durch verseuchte, fehlerhaft entsorgte Speisereste des Menschen", sagt Herzog. Dabei sei es unerheblich, wie viele Wildschweine es gibt und auf welch womöglich dichtem Raum sie zusammenleben – wie der Mensch mit Abfällen umgeht, ist entscheidend.: Entsprechend sollten die Behörden sofort mit sinnvollen Maßnahmen beginnen, "zum Beispiel Grenzkontrollen für Fleischprodukte oder Zäune um Autobahnparkplätze, damit Wildschweine nicht an infizierte Essensreste gelangen", sagt Herzog.

Bericht von Zeit Online als Download verfügbar.

 

 

Erstellt am 22.10.2018
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